Richtige Diagnostik bei Plattfuß & Knick-Senkfuß

Auf einen Blick: Die Diagnose eines Knick-Senkfußes oder Plattfußes beginnt mit einer gründlichen klinischen Untersuchung und Ultraschall – direkt in der Praxis. Für eine vollständige Beurteilung ist beim schweren Befund oder bei OP-Planung zusätzlich eine 3D-Bildgebung unter Belastung (DVT) erforderlich. Bei Kindern gelten besondere Regeln: Nicht jeder flache Fuß ist behandlungsbedürftig – entscheidend sind Schmerz, Steifigkeit und Asymmetrie.

In unserem Zentrum für Fuß & Sprunggelenk in Berlin nutzen wir schon seit 2017 modernste Technik für die Bildgebung und Diagnose bei schwerem Knick-Senkfuß und Plattfuß. Dafür steht uns die Digitale Volumentomografie zur Verfügung – so kann überflüssige Bildgebung vermieden werden und die Therapie kann sehr genau individuell für jeden Patienten geplant werden.

In immer mehr aktuellen wissenschaftlichen Arbeiten (Lalevée M. et al., Orthopaedics & Traumatology: Surgery & Research, Sept 2025) wird die Digitale Volumentomografie (DVT) als wichtige Voraussetzung für eine exakte Bildgebung und zielgerichtete Diagnose genannt.Es wird immer deutlicher, dass ein Knick-Senkfuß / Plattfuß ohne DVT Bildgebung nur unvollständig analysiert werden kann (de Cesar Netto C. et al., JBJS Am, Sept 2025).

Nutzen Sie die Vorteile der modernen Medizin und vermeiden Sie mehrfache Bildgebung – konsultieren Sie noch heute Ihre Spezialisten für Fuß & Sprunggelenk in Berlin!

DVT bei Knickfuß & Plattfuß Dr. Stefan Böhr

Untersuchung des Knick-Senkfußes beim Spezialisten

Untersuchung bei Knick-Plattfuß

Bei der Untersuchung findet man oft eine Schwellung hinter und unter dem Innenknöchel, Schmerzen beim Ein-Bein-Zehenstand (single heel rise test) und typischerweise eine Abweichung der kleinen Zehen nach außen (too many toes sign). Ist die Fehlstellung schon weit fortgeschritten, entsteht ein Impingement zwischen Fersenbein und Außenknöchel: Der Schmerz wandert dann von der Innenseite auf die Außenseite des Fußes. Alle diese Zeichen sind für einen Experten für Fuß & Sprunggelenkchirurgie bei der persönlichen Untersuchung starke Hinweise auf die Diagnose Knick-Plattfuß.

Ultraschall bei Knick-Senkfuß -Bildgebung direkt in der Praxis

Mit einer hochauflösenden linearen Ultraschallsonde kann Ihr Spezialist für Fuß & Sprunggelenk bereits in der Praxis die typischen Zeichen eines Knick-Plattfußes feststellen: Schwellung, Entzündung und vermehrte Flüssigkeitsansammlung im Bereich der Tibialis Posterior Sehne sind ein deutliches Zeichen. Bei genauer Untersuchung finden sich dann oft noch weitere Hinweise wie Entzündungen der umliegenden Gelenke und Sehnen.

Digitale Volumentomografie (DVT) und MRT – präzise Bildgebung für den Knick-Plattfuß

Über die klinische Untersuchung und den Ultraschall hinaus ist beim schweren Knick-Senkfuß eine 3D-Bildgebung unter Belastung unverzichtbar. Die Digitale Volumentomografie (DVT) hat die Plattfuß-Diagnostik grundlegend verändert: Sie zeigt die wahre Fußstatik unter vollem Körpergewicht – und liefert gleichzeitig die Grundlage für eine präzise Operationsplanung. Das MRT ergänzt die DVT dort, wo Weichteilstrukturen wie die Tibialis-Posterior-Sehne beurteilt werden müssen.

Warum konventionelles Röntgen beim schweren Knick-Plattfuß oft nicht ausreicht – und was DVT und MRT konkret leisten – erklärt dieser Artikel ausführlich: Plattfuß-Diagnostik: Warum konventionelles Röntgen oft nicht ausreicht

Ganganalyse & Pedobarografie – Belastungsverteilung sichtbar machen

Ergänzend zur Bildgebung bietet unsere Praxis eine computergestützte Ganganalyse und Pedobarografie an. Dabei wird die Druckverteilung unter dem Fuß beim Gehen und Stehen präzise gemessen – und macht sichtbar, was in Röntgenbildern nicht abgebildet wird:

  • Welche Bereiche des Fußes werden statisch und dynamisch überlastet?
  • Wie verändert sich die Belastung beim Gehen im Vergleich zum Stehen?
  • Wie wirksam sind Einlagen bei der Korrektur der Druckverteilung?

Besonders bei der Planung von Aktiveinlagen und bei der Verlaufskontrolle nach konservativer oder operativer Therapie ist die Pedobarografie ein wertvolles Instrument.

Diagnostik beim Kinderfuß – was ist anders?

Beim kindlichen Plattfuß gelten besondere Regeln: Bis zur Einschulung haben fast alle Kinder einen flachen Fuß – das ist entwicklungsbedingt normal und kein Behandlungsgrund. Entscheidend ist, ob der Fuß flexibel ist und das Kind schmerzfrei und belastbar bleibt.

Eine ärztliche Abklärung ist beim Kind sinnvoll, wenn:

  • der Fuß steif wirkt und sich nicht aufrichten lässt (rigider Plattfuß)
  • eine deutliche Asymmetrie zwischen rechts und links besteht
  • das Kind über Schmerzen klagt oder in seiner Belastbarkeit nachlässt
  • der Fuß nach dem 10. Geburtstag noch kein erkennbares Längsgewölbe ausgebildet hat

Bei Kindern ist beim Verdacht auf einen rigiden Plattfuß eine Tarsale Coalitio als Ursache auszuschließen. Dafür setzen wir DVT und MRT ein – strahlungsarm, präzise und kindgerecht. Weitere Informationen zum Kinderfuß insgesamt finden Sie auf unserer Übersichtsseite Kinderfuß & Sprunggelenk.

Häufige Fragen zur Diagnostik bei Plattfuß & Knick-Senkfuß

Wann sollte ein Plattfuß beim Kind untersucht werden?

Ein flacher Fuß ist bis zur Einschulung entwicklungsbedingt normal. Abklärungsbedarf besteht, wenn das Kind über Schmerzen klagt, die Belastbarkeit nachlässt, eine deutliche Seitenasymmetrie besteht oder der Fuß steif wirkt und sich nicht aufrichten lässt. Nach dem 10. Geburtstag sollte ein noch immer flaches Fußgewölbe fachärztlich beurteilt werden.

Was ist ein „rigider“ Plattfuß – und warum ist das wichtig?

Ein flexibler Plattfuß lässt sich passiv aufrichten – beim Zehenstand oder wenn man den Fuß von Hand korrigiert, bildet sich ein Längsgewölbe. Ein rigider Plattfuß hingegen kann nicht aufgerichtet werden. Das ist ein wichtiges Warnzeichen, das auf eine strukturelle Ursache hinweist – zum Beispiel eine Tarsale Coalitio oder eine fortgeschrittene Tibialis-Posterior-Insuffizienz. Rigide Plattfüße bei Kindern sollten immer fachärztlich abgeklärt werden.

Muss beim Plattfuß immer eine Bildgebung gemacht werden?

Nicht automatisch. Bei einem beschwerdefreien, flexiblen Plattfuß ohne Warnzeichen kann zunächst eine klinische Untersuchung mit Ultraschall ausreichen. Sobald Schmerzen bestehen, eine operative Therapie erwogen wird oder der Verdacht auf eine Grundursache wie eine Tarsale Coalitio besteht, ist eine Bildgebung unerlässlich – und die DVT ist dann die erste Wahl.

Sind Einlagen das Richtige für meinen Plattfuß?

Das hängt von Ursache, Schweregrad und Beschwerden ab. Aktiveinlagen können bei flexiblem Knick-Senkfuß und als Ergänzung zur Physiotherapie sehr hilfreich sein. Bei einem schweren rigiden Plattfuß oder einer zugrundeliegenden strukturellen Ursache reichen Einlagen allein oft nicht aus. Eine genaue Diagnose ist Voraussetzung für die richtige Einlagenversorgung.

Was zeigt der Ultraschall beim Knick-Plattfuß, was das Röntgen nicht sieht?

Mit hochauflösendem Ultraschall lassen sich Schwellung, Entzündung und Flüssigkeitsansammlungen im Bereich der Tibialis-Posterior-Sehne direkt in der Praxis beurteilen – ohne Strahlenbelastung, in Echtzeit. So können frühe Sehnenschäden erkannt werden, die im Röntgenbild unsichtbar sind. Bei unklarem Befund oder bei der Frage nach dem genauen Ausmaß eines Sehnenschadens ergänzt das MRT den Ultraschall.

Weitere Informationen zu Plattfuß & Knick-Senkfuß (Kinder & Erwachsene)

Verstehen & Einschätzen

Therapie & Behandlung

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Fazit: Diagnose ist der erste Schritt zur richtigen Therapie

Hinter dem Begriff „Plattfuß“ verbergen sich sehr unterschiedliche Befunde – von der völlig normalen Fußform im Kindesalter bis zur schweren, operationsbedürftigen Fehlstellung im Erwachsenenalter. Die Therapie kann nur dann sinnvoll geplant werden, wenn die Ursache, der Schweregrad und die betroffenen Strukturen präzise bekannt sind. Dafür braucht es mehr als ein Röntgenbild: klinische Untersuchung, Ultraschall und – je nach Befund – DVT und MRT bilden zusammen die Grundlage.

Bei Kindern gilt zusätzlich: Die meisten flachen Füße sind normal und brauchen keine Behandlung. Warnzeichen wie Steifigkeit, Asymmetrie oder anhaltende Schmerzen sollten aber ernst genommen werden – denn was im Wachstum unentdeckt bleibt, kann sich später zu einem komplexen Problem entwickeln.

Haben Sie Fragen zur Diagnostik Ihres Fußes oder des Fußes Ihres Kindes? Dr. med. Stefan Böhr und sein Team stehen für eine vollständige, individuell abgestimmte Abklärung zur Verfügung.

Inhalt medizinisch kontrolliert von:
Dr. med. Stefan Böhr, Facharzt für Orthopädie & Unfallchirurgie, Fußchirurg (DAF & GFFC)
Ärztlicher Leiter & Inhaber, ORTHO|PEDE – Zentrum für Fuß & Sprunggelenk Berlin.
Letztes Update: März 2026